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Galopp-Rennbahn Hoppegarten:
Yes we can
Hoppegarten - das ist die größte und schönste
Rennbahn Deutschlands mit 141jähriger Tradition mit denkmalgeschützten
Tribünen sowie einer einzigartigen Naturkulisse auf einem Areal
von 207 Hektar. Viel hat man sich hier vorgenommen, Hoppegarten
soll wieder das werden, was es einmal war - ein Publikumsmagnet
der Hauptstadtregion und langfristig wieder die führende Galopprennbahn
Deutschlands. 2008 wurden 800.000 € in die Verbesserung der Zuschauerbereiche
und die Einrichtung von 300 Hospitality-Plätzen investiert. Für
Besitzer und Trainer wurde in der Haupttribüne eine eigene Lounge
geschaffen mit reservierten Sitzplätzen, einer großen Bar und bequemen
Sofas. Für 2009 sind weitere 900.000 € für Investitionen und Renovierungen
der Trainierbahn, der Rennbahn und der Haupttribüne veranschlagt.
In der Print-Ausgabe von "Yard Manager
News" sprachen wir mit Gerhard Schöningh, dem neuem
Eigentümer der Rennbahn Hoppegarten (Auszug).

Yardmanager: Stichwort Internetwetten - sehen Sie eine Konkurrenzsituation?
Gerhard Schöningh: Das ist natürlich ein riesiges Problem
der Branche mit den Außenwetten, aus der die Rennveranstalter einen
Rohertrag von 10% haben. Um Ihnen mal eine Relation aufzuzeigen:
Wir hatten jetzt 120.000€ aus der Bahnwette. Da behalten wir einen
Rohertrag von 24.000€ und wir haben 60.000€ aus der Außenwette,
da bleiben dann 6.000€. Wenn wir nun mit diesen 6.000€ auf Null
gehen, oder sie verdoppeln, das ist für Hoppegarten nicht kriegsentscheidend.
Der letzte Renntag war auch wirtschaftlich sehr erfolgreich: Allein
30.000€ Eintrittsgelder im Vergleich zu 11.000€ im Vorjahr sprechen
ja schon für sich. Obwohl die Besuchersteigerung nur bei 45% lag.
Wir haben weniger Freikarten verteilt, hatten aber auch eine hervorragende
Auslastung unserer neu renovierten Logen und Tischplätze in der
Haupttribüne - diese Bereiche waren kaum verkäuflich, werden aber
nach der Renovierung zu höheren Preisen gut angenommen.Alle Leute
waren sehr zufrieden. Kleinvieh macht in Hoppegarten auch Mist?
Absolut, z.B. die Gastronomie wird jetzt in Eigenregie betrieben
- wir konnten so jüngst einen Betrag von 8.000 € erwirtschaften.
Im Vergleich schuldet uns der Gastronom vom letzten Jahr noch 15.000
€- allerdings für die ganze Saison. Was für mich auch sehr wichtig
ist, ist dass wir jetzt Produkt, Qualität und Angebot selber schaffen
können. Wir haben hier so viele Aktivitäten, da ist die Außenwette
nur ein sehr kleiner Teil. Wir haben uns auch angeguckt, wie in
anderer Profi-Sportarten verfahren wird, wie z.B. Eishockey mit
den Eisbären, die jetzt Deutscher Meister sind. Historisch gesehen
war es so, dass der Rennsport immer von den Wetten gelebt hat. Alles
andere war einfach nicht optimiert. Zum Beispiel die Eintrittskarten
wurden einfach verramscht, und als der Wetthahn nicht mehr so gut
floss, ging halt das große Gestöhne los. Wir haben uns jetzt hier
mal gefragt, was denn die anderen Einnahmequellen der anderen Sportarten
sind, die das Wettgeschäft überhaupt nicht haben. Und da sind das
die Besuchereinnahmen, Hospitality- Einnahmen, Sponsoring- Einnahmen
und da wird die Gastronomie professionell betrieben. Langfristig
ist ein gesunder Sport natürlich äußerst wichtig. Die Internetproblematik
hat man natürlich überall, in Frankreich, in den USA, wo der Rennsport
noch deutlich besser organisiert ist. Und das wird im Grunde ein
Thema der Regulierung sein. Die Lobbyarbeit des Rennpsports in den
anderen Nationen ist besser als in Deutschland. In den nächsten
5 Jahren wird das Pendel noch einmal zurückschwenken. Es kann nicht
sein kann, dass ein sehr teures Produkt genutzt wird, ohne aber
einen Pfennig dafür zu bezahlen - und genau das ist die Situation
mit den Internetbuchmachern.
Yardmanager: Schwierigkeiten, Sponsoren, da sind wir doch schon
beim Thema: Haben andere Pferdesportarten mehr Erfolg. Hat der Galopprennsport
ein Imageproblem?
Gerhard Schöningh: Meiner Meinung nach hat das verschiedene
Gründe. Es ist einfach von Seiten des Dachverbandes in den letzten
Jahren kaum etwas getan worden. Als ich begann mich für den Rennsport
zu interessieren, da gab es auf jeder Rennbahn noch einen Informationsstand,
wo dem Laien erklärt wurde, wie das ganze Rennsystem funktioniert.
Das gibt es schon seit Jahren nicht mehr, und es gibt daneben auch
z.B. gar keinen Werbeetat. Die Präsenz in den Medien ist mangelhaft,
seit 2 Jahren bastelt man an einer Strukturreform. Mit Sicherheit
müssen wir uns in diesen Bereichen radikal verbessern. Die Rennbahnen
waren trotzdem halbwegs erfolgreich. Die Mindereinnahmen aus dem
Wettgeschäft waren über Sponsoren zu kompensieren. Das Rennpreisniveau
ist in den letzten Jahren gehalten worden, die Rennvereine haben
da eigentlich gute Arbeit geleistet. Man hat dieses Modell eigentlich
in fast allen anderen Sportarten: Auch der Profisport wird fast
nur durch Sponsoren, oder durch Hospitality gedeckt, fast 1:1. Die
traditionelle Abhängigkeit vom Wettgeschäft hat zu wenig professionellen
Strukturen, der konventionelle Träger war bislang der eingetragene
Verein. Modelle, wie das in Aachen, wo es dann auch eine Vermarktungstochter
gibt, sind im Rennsport total unbekannt. Ich würde nicht behaupten,
dass wir bereits vergleichbar professionelle Strukturen haben. Aber
als Rennbahn kann man nicht nur dasitzen, und warten, dass Unternehmen
kommen.
Das vollständige Interview lesen Sie in
der Printausgabe von "Yard Manager News", siehe
auch Pressespiegel unter
http://www.hoppegarten.com/presse.html bzw. als PDF: http://www.hoppegarten.com/pdf/interview_yardmanager.pdf
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