Interview mit FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau

 



Wir sind international Vorreiter
Interview mit FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau

 

Yardmanager: Immer mehr kleine Züchter geben auf, weniger aus finanziellen Gründen, sondern aus Enttäuschung von den Strukturen. Reicht Qualität nicht mehr aus, um auf dem Markt zu bestehen?

Graf Rantzau: Es ist schwieriger geworden, stimmt. Der durchschnittliche Züchter früher hat ein bis zwei Stuten früher gehabt, die in einem landwirtschaftlichen Betrieb nebenbei mitgehalten wurden. Wer eine erfolgreichen Stamm hatte, hatte ein Zubrot. Es hat seit Jahren eine erhebliche Professionalisierung Einzug gehalten, die Struktur der Züchterschaft hat sich schon sehr stark verändert, das hat nichts mit der Wirtschaftskrise zu tun. Die meisten Zuchtverbände haben sinkende Mitgliederzahlen, sinkende Stutenzahlen, auch Holstein hat in diesem Jahr weniger Bedeckungen. Es haben sehr viele Neuzüchter in den letzten 10 Jahren angefangen. Zucht ist kein großes, einträgliches Geschäft. Es gibt nur ganz wenige, sehr erfahrene Leute, die damit Geld verdienen können - Rückschläge inbegriffen. Es gibt auch ein Nachfolgerproblem.

Yardmanager: Ist Ihrer Meinung in der breiten, auch nichtreitenden Bevölkerung das Verständnis vorhanden, was wir für Juwelen in der Sportpferdezucht haben, und das Deutschland diesbezüglich eine Exportweltmeister ist?

Graf Rantzau: Wir nehmen jede Gelegenheit wahr, darauf hinzuweisen, unter anderem dass wir einen erheblichen Teil des Bruttosozialproduktes erwirtschaften und auch einige Hundertausend Arbeitsplätze sichern. Trotzdem sind wir immer noch eine Randsportart und müssen sicherlich auch noch professioneller auftreten.

Yardmanager: Das Phänomen einer Jugend ohne Hoffnung oder Perspektiven geistert nicht nur durch die Köpfe und Schlagzeilen unserer Republik. Die Partner- und Freundschaft zwischen Pferd und Reiter ist nicht nur ein Traum vieler Mädchen, sondern auch Entspannung und Lebenselexier für viele Alltagsgestreßte oder sonstwie Frustrierte...

Graf Rantzau: Es reiten sehr viel Leute mehr als vor 5o Jahren, wir haben eine unglaubliche Entwicklung alleine von 750.000 Mitgliedern, und mindestens genauso viele nicht in der FN organisierte reiten ebenfalls...

Yardmanager: Sollte die FN nicht einen Imagefilm nach "Immenhof"-Schema für die Kinos oder eine deutsche Version einer "Rosamunde-Pilcher-Serie" in Auftrag geben?

Graf Rantzau: Das könnte ich mir durchaus vorstellen, und darüber wird auch nachgedacht. Ob Rosamunde Pilcher die Jugend erreicht, möchte ich mal bezweifeln. Aber ich stimme da zu, ein solcher Imagefilm würde sehr hilfreich sein. Ich finde aber auch etliche Serien oder Dokumentationen rund um das Thema Pferd z.B. vor Tunierveranstaltungen im Fernsehen gelungen.

Yardmanager: Trotz zunehmenden Kommerzialisierungsdrucks im professsionellen Lager, scheinen Ideale und Romantik bei den ganz jungen Reitern (Reiterinnen) ungetrübt zu bleiben.

Graf Rantzau: Ja eine Entmystifizierung findet durchaus im Spitzensportbereich bzw bei den Profis statt. Unser Sport hat eine große Tradition, und wir haben die Aufgabe diese zu erhalten.

Yardmanager: Zuschauer wie Reiter schätzen das Ambiente des Breitenburger Turnierplatzes. In der Nachlese: was haben Sie sich für 2011 vorgenommen?

Graf Rantzau: Es gibt keine Veränderung. Wir wollen dieses gehobene ländliche Turnier weiter veranstalten.

 

   
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